Warum gerade Chile?

 Ein Ländervergleich  -  der Hirsche wegen

  Argentinien | Schottland


Argentinien

Wenn Sie auf Exoten wie Wasserbüffel, Axis oder Puma Wert legen, ist Argentinien das Land der Wahl.
Wenn es aber um gute Hirsche geht, steht Chile dem in nichts nach - im Gegenteil.
Wenn es neben dem jagdlichen Erfolg auch noch darum geht, andere Eindrücke mitzunehmen oder wenn Sie von Ihrer Frau begleitet werden und einem runden Urlaub daraus machen wollen (immerhin sind Sie 15.000 km gereist) - dann sind auf der argentinischen Seite die Alternativen dünn gesät.


En der wenigen asphaltierten Straßen durch die Pampa

Argentinien ist jagdlich für viele ein Traum. Aber wenn Sie Ihren Hirsch geschossen haben (das kann ja schon am ersten Tag sein), dann hängen Sie buchstäblich in der Pampa fest.
Ein Blick auf die Straßenkarte zeigt sehr deutlich: das nicht besonders dicht besiedelte Chile durchzieht ein vergleichweise dichtes Straßennetz. Größere Städte sind gut zu erreichen. Demgegenüber findet man auf der argentinischen Seite zuweilen im Umkreis von 100km keine asphaltierten Straßen.

Hinter den Anden fängt abrupt die Pampa an - eine trockene, fast unbewohnte Grassteppe. Auch diese Landschaft hat ihre Reize, aber nicht eine Woche lang.
Das Satellitenbild z.B. in Google Earth bestätigt das: Chile vor den Anden ist grün und Argentinien hinter den Anden ist gelb.

Wenn Sie z.B. in Junín de los Andes oder San Martín de los Andes Ihren Jagdurlaub verbringen, ist Bariloche die einzige größere Stadt in der "Nähe". Und Bariloche lohnt die Reise, schon allein des Kondors wegen. Nur es gibt keine Straße dorthin sondern nur eine üble Schotterpiste. Die ersten 80 km ziehen sich über Stunden hin. Was auf dem nebenstehenden Bild ganz romantisch aussieht, hat einen Reifen und einen Stoßdämpfer gekostet. Bei einem nicht vollständig dicht schließenden Wagen schluckt man Unmengen an Staub.

Aus der chilenischen Stadt Osorno ist man mit Andenüberquerung schneller in Bariloche als aus der näheren argentinischen Stadt San Martín.
Und das chilenische Revier Fernandez liegt sogar dichter an Bariloche als das argentinische San Martín.


"Straße" von San Martín de los Andes Richtung Bariloche

 


Schottland

Im Gegensatz zur argentinischen Pampa fehlt es in Schottland nicht an Alternativen und Eindrücken. 
Die Hirsche sind zwar schlecht, aber das geben alle Reiseveranstalter auch unumwunden zu. Man legt Wert auf die Feststellung, dass in Schottland das Wichtigste das sportliche Erleben ist. Und das ist auch gut so.
Viele Jäger sind schon glücklich mit 1-2 Hirschen und vielen Eindrücken von einer solchen Reise zurückgekehrt.

Nur vor jeder Schottlandreise zur Brunft (Oktober) steht ein riesengroßes Fragezeichen - das Wetter. Fast jedes Tief, dass vom Atlantik nach Europa schwenkt, regnet sich erstmal in Schottland ab. An der Westküste gibt es Orte mit 7.000mm Niederschlag - das ist 14-mal soviel wie in Mitteldeutschland.

Von meinen Jagdfreunden waren insgesamt fünf zur Hirschjagd in Schottland. Nur einer war erfolgreich - er ist in einem Jahr mit gutem Wetter dagewesen.
Ich selbst bin zweimal nach Schottland zur Hirschjagd gefahren - beide Male erfolglos, und das lag nicht an mir. Es hat jedesmal die ganze Woche in Strömen durchgeregnet. Morgens und abends Ansitz und Pirsch fast ohne Anblick, klitschenass: das zermürbt.

 

Der Reiz Schottlands ist ein ganz eigener, das ist unbestritten. Kultur und Landschaft sind unverwechselbar und unvergesslich. Wenn man aber zur Hirschjagd fährt und ohne Hirsch zurückkehrt, dann muss man unumwunden zugeben: die Reise hat den Zweck nicht erfüllt!

Mutter Natur hat natürlich auch in Chile ihre Tücken. Aber der Spätsommer ist deutlich stabiler als in Mitteleuropa, von den britischen Inseln ganz zu schweigen. Und selbst wenn es viel regnet, es gibt immer zwischendurch Phasen der Aufheiterung.

Aber Schottland ist doch viel näher als Chile!
Auf dem Papier ja, aber die Reise dauert 3 Tage. Wer nach Schottland fährt, sollte das im eigenen Auto tun, um beweglich zu sein. Dazu bis ins holländische Rotterdam fahren und von dort aus mit der Fähre ins englische Newcastle. Allein die nächtliche Fährüberfahrt dauert genausolange wie ein Flug nach Santiago de Chile. Ohne Kabine gebucht zu haben - eine Tortur. Von Newcastle brauchen Sie z.B. an die schottische Westküste auch noch einen Tag. Man kommt auf schottischen Straßen wesentlich langsamer voran als in Deutschland.

Aber der Flug ist so teuer!
Man kann Hin-und Rückflug nach Chile schon für 1000Euro bekommen. Legen wir mal die gleiche Hirschqualität zugrunde (was in Schottland der Normalfall ist, ist in Chile ein Selektionsabschuss) kommen Sie unter Umständen sogar mit 2-3 Chile-Hirschen noch günstiger.


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