Warum gerade Chile?Ein Ländervergleich - der Hirsche wegen |
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Wenn Sie auf Exoten wie Wasserbüffel, Axis oder Puma Wert legen, ist Argentinien
das Land der Wahl.
Wenn es aber um gute Hirsche geht, steht Chile dem in nichts
nach - im Gegenteil.
Wenn es neben dem jagdlichen Erfolg auch noch darum
geht, andere Eindrücke mitzunehmen oder wenn Sie von Ihrer Frau
begleitet werden und einem runden Urlaub daraus machen wollen (immerhin
sind Sie 15.000 km gereist) - dann sind auf der argentinischen
Seite die Alternativen dünn gesät.
![]() En der wenigen asphaltierten Straßen durch die Pampa |
Argentinien ist jagdlich für viele ein Traum. Aber wenn Sie Ihren Hirsch
geschossen haben (das kann ja schon am ersten Tag sein), dann hängen
Sie buchstäblich in der Pampa fest.
Hinter den Anden fängt abrupt die Pampa an - eine trockene, fast
unbewohnte Grassteppe. Auch diese Landschaft hat ihre Reize, aber
nicht eine Woche lang. |
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Wenn Sie z.B. in Junín de los Andes oder San Martín de los Andes Ihren Jagdurlaub verbringen, ist Bariloche die einzige größere Stadt in der "Nähe". Und Bariloche lohnt die Reise, schon allein des Kondors wegen. Nur es gibt keine Straße dorthin sondern nur eine üble Schotterpiste. Die ersten 80 km ziehen sich über Stunden hin. Was auf dem nebenstehenden Bild ganz romantisch aussieht, hat einen Reifen und einen Stoßdämpfer gekostet. Bei einem nicht vollständig dicht schließenden Wagen schluckt man Unmengen an Staub. Aus der chilenischen Stadt Osorno ist man mit Andenüberquerung schneller in
Bariloche als aus der näheren argentinischen Stadt San Martín. |
![]() "Straße" von San Martín de los Andes Richtung Bariloche |
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Im Gegensatz zur argentinischen Pampa fehlt es in Schottland nicht
an Alternativen und Eindrücken. Nur vor jeder Schottlandreise zur Brunft (Oktober) steht ein riesengroßes Fragezeichen - das Wetter. Fast jedes Tief, dass vom Atlantik nach Europa schwenkt, regnet sich erstmal in Schottland ab. An der Westküste gibt es Orte mit 7.000mm Niederschlag - das ist 14-mal soviel wie in Mitteldeutschland. Von meinen Jagdfreunden waren insgesamt fünf zur
Hirschjagd in Schottland. Nur einer war erfolgreich - er ist in einem
Jahr mit gutem Wetter dagewesen.
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Der Reiz Schottlands ist ein ganz eigener, das ist unbestritten. Kultur und Landschaft sind unverwechselbar und unvergesslich. Wenn man aber zur Hirschjagd fährt und ohne Hirsch zurückkehrt, dann muss man unumwunden zugeben: die Reise hat den Zweck nicht erfüllt! |
Mutter Natur hat natürlich auch in Chile ihre Tücken. Aber der Spätsommer ist deutlich stabiler als in Mitteleuropa, von den britischen Inseln ganz zu schweigen. Und selbst wenn es viel regnet, es gibt immer zwischendurch Phasen der Aufheiterung.
Aber Schottland ist doch viel näher als Chile!
Auf dem Papier ja, aber die Reise dauert 3 Tage. Wer nach Schottland
fährt, sollte das im eigenen Auto tun, um beweglich zu sein. Dazu bis ins
holländische Rotterdam fahren und von dort aus mit der Fähre ins englische
Newcastle. Allein die nächtliche Fährüberfahrt dauert genausolange wie ein Flug
nach Santiago de Chile. Ohne Kabine gebucht zu haben - eine Tortur. Von
Newcastle brauchen Sie z.B. an die schottische Westküste auch noch einen
Tag. Man kommt auf schottischen Straßen wesentlich langsamer voran als in
Deutschland.
Aber der Flug ist so teuer!
Man kann Hin-und Rückflug nach Chile schon für 1000Euro bekommen.
Legen wir mal die gleiche Hirschqualität zugrunde (was in Schottland der
Normalfall ist, ist in Chile ein Selektionsabschuss) kommen Sie unter Umständen
sogar mit 2-3 Chile-Hirschen noch günstiger.