Jagd in Chile - Allgemeine Informationen

 

Jagd in Chile, wie funktioniert das?

Das Jagdsystem in Chile unterscheidet sich erheblich von dem deutschen System. Es gibt keine Mindestgrößen von Revieren, keine Mindestflächen für Jäger und keine Mindestpachtzeiten. Es gibt praktisch keine Jagdpacht. Auf jedem Privatbesitz kann gejagt werden. Die einzige Einschränkung ist eine großzügige Jagdzeitenregelung. Daher hat das Wild auf kleinen Flächen kaum eine Chance.
Glücklicherweise ist das Land groß genug, auch wenn es auf dem Atlas nicht so erscheint. Jagdfreundliche Grundbesitzer haben größere Jagdgebiete (sog. "cotos") ausgewiesen, in denen das Wild Ruhe findet und schonend genutzt wird. Auf diesen Flächen finden wir dann eine deutlich höhere Wilddichte als wir es aus Europa gewohnt sind. Selbst beste Gebiete in Polen und Ungarn können da nicht mithalten.

Europäische Wildarten herrschen vor

Aus klimatischen Gründen beschränkt sich das Verbreitungsgebiet des Schalenwildes auf das südliche Chile. Das Wetter dort ähnelt mitteleuropäischen Verhältnissen.
Als bejagdbare Wildarten kommen das aus Europa eingeführte Rotwild und Damwild in Frage. In einigen "cotos" kommt auch Muffelwild vor. In den letzten Jahren kommt auch vermehrt das aus Argentinien eingewanderte Schwarzwild hinzu - der Anteil alter, schwerer Keiler ist überraschend hoch. Rehwild kommt nur in einem einzigen Jagdrevier vor und spielt praktisch keine Rolle.
Das Schalenwild findet im einheimischen Wald kaum Nahrung. Es zieht daher zur Äsung immer auf grasbewachsene Freiflächen. Dadurch sind die Chancen für Anblick und erfolgreiche Jagd erheblich verbessert. Auch wegen des Pumas fühlt sich das Wild häufig auf Freiflächen sicherer als im Wald.

Der Puma kommt flächendeckend vor, ist aber geschont. Füchse gibt es sehr wenig. Sehr häufig ist der amerikanische Nerz, er genießt keine Schonzeit.

An Niederwild ist in der Zentralregion mit Kaninchen, Rebhühnern, Tauben und Wachteln zu rechnen. Im Süden gibt es reichlich europäische Hasen. Blässhühner und Kormorane können zwar bejagt werden, das macht aber niemand. Enten und Gänse sind nur im südlichen Patagonien häufig. Dort ist auch der Biber zu Hause, der keine Schonzeit genießt und als Plage behandelt wird.

Ausländer können ausschließlich in ausgewiesenen Jagdrevieren (cotos) unter Führung jagen. Die Ausfuhr von Trophäen ist auch nur gestattet, wenn diese nachweislich in einem ausgewiesenen Jagdgebiet erbeutet wurde.

Deutsche Jagdkultur

Die meisten ausgewiesenen Jagdgebiete wurden von Deutschstämmigen gegründet oder haben zumindestens Beziehungen zu Nachfahren deutscher Einwanderer. Sie können also davon ausgehen, dass den hiesigen Jägern die mitteleuropäische Jagdkultur nicht unbekannt ist. Die Führer sprechen in der Regel deutsch, englisch und spanisch. Die Führung übernehmen weniger angestellte Jäger, eher der Grundbesitzer selbst oder Unternehmer, die im "Nebenerwerb" das Jagdbebiet managen.
Abweichend vom in Deutschland üblichen Aufbrechen vor Ort durch den Schützen ist in Chile das Aufbrechen außerhalb des Jagdreviers vorgeschrieben. Das erledigt i.d.R. der Jagdführer. Man wird es Ihnen aber nicht übel nehmen, wenn Sie darauf bestehen, selbst aufzubrechen.

Auslese

Die Reviere in Chile sind zwar recht groß aber immer noch kleiner als in Argentinien. Daher haben die Revierinhaber bessere Möglichkeiten der Selektion und nutzen diese auch konsequent. Hege mit der Büchse wird groß geschrieben. Der starke, reife chilenische Rothirsch ist inzwischen ein Markenzeichen in Amerika.
Sie können davon ausgehen, mit einer Trophäe heimzukehren, mit der man sich in Deutschland nicht genieren muss. Sachen wie einen 4-jährigen Zukunftshirsch wird man Ihnen hier nicht anbieten.