Jagdzeiten und geschützte Arten in Chile

 

Jagdzeiten

Chile ist jagdlich in vier Zonen unterteilt: Nord, Mitte, Süd und Austral ("Austral" bedeutet hier "ganz im Süden"). Für die Zonen gelten unterschiedliche Jagdzeiten und Quoten. Die Abschussquote gilt pro Jäger und Saison. Alle hier beschriebenen Reviere liegen in der Zone "Süd". Für die Zone "Süd" hier einige wichtige Jagdzeiten.

Schalenwild

Jagdzeit Quote Bemerkung

Rothirsch
(Cervus elaphus)
[ciervo colorado, ciervo rojo]

01.März - 31. Juli unbegrenzt Offiziell geht die Jagdzeit bis 31.August. Die ersten Hirsche fangen jedoch Mitte Juli an abzuwerfen, sodass realistisch nur bis Ende Juli mit Trophäen zu rechnen ist.
Die Brunft geht von Anfang März bis Anfang April.

Damhirsch
(Cervus dama)
[gamo, ciervo dama]

01.März - 31.August unbegrenzt Damhirsche haben bis Ende August ihre Schaufeln auf. Das entspricht jahreszeitlich Ende Februar in Europa.
Die Brunft geht von Anfang April bis Anfang Mai.
Rehwild
(Capreolus capreolus)
[ciervo corzo]
01.März - 31.August unbegrenzt Rehwild kommt nur in einem einzigen Jagdrevier vor und spielt praktisch keine Rolle.
Schwarzwild
(Sus scrofa)
[jabalí]
ganzjährig unbegrenzt Das europäische Schwarzwild ist vor etwa 15 Jahren über die Anden aus Argentinien nach Chile eingewandert. Es kommt in Südchile im Bereich der Anden und Voranden vor, ist aber noch nicht bis zur Küste vorgedrungen. Der Anteil starker Keiler ist relativ hoch.
Wegen der Einstufung als "schädlich" ist die Bejagung mit Scheinwerfern erlaubt.
Muffelwild
(Ovis ammon musimon)
[muflón]
keine Vorgabe k.A. Das Muffelwild wird in Chile offiziell nicht als Wild geführt, kann aber in eingetragenen Jagdrevieren nach Ermessen der Revierinhaber bejagt werden.
Raubwild Jagdzeit Quote Bemerkung
Puma
(Puma concolor)
[Puma]
- 0 Der Puma kommt im Süden Chiles in allen Waldgebieten der Anden und Küstengebirge vor. Im Gegensatz zu Argentinien ist seine Bejagung in Chile untersagt.
Männchen wiegen 60-70kg.
Graufuchs
(Pseudalopex griseus)
[zorro gris]
- 0 Der Bestand ist gering und die Jagd nur auf der Insel Feuerland erlaubt.

Mink
(Mustela vison)
[visón]

ganzjährig unbegrenzt Der Mink (oder Amerikanischer Nerz) ist als "schädlich" eingestuft und genießt keine Schonzeit. Aus Kanada als Pelztier eingeführt verursacht er nun erhebliche Schäden an der einheimischen Vogelwelt und an Lachsfarmen.
Skunk
[zorillo]
- 0 Der gestreifte Stinktier ist im Süden relativ häufig, wird aber nicht bejagt.
sonst. Haarwild Jagdzeit Quote Bemerkung
Biber
(Castor canadiensis)
[castor]
ganzjährig unbegrenzt Der kanadischer Biber wurde eingeführt und wiegt bis 30kg. Er ist im Süden mittlerweile zum Problemtier geworden und wurde 2007 als "schädlich" eingestuft.
Hase
(Lepus capensis)
[liebre]
01.April - 31.August unbegrenzt Der europäische Feldhase gilt offiziell als "schädlich", genießt in Südchile aber immerhin eine Schonzeit. Der Besatz ist gut und vorallem dort, wo Getreideanbau vorherrscht, ist er sehr häufig.
Wildkaninchen
(Oryctolagus cuniculus)
[conejo]
01.April - 31.August unbegrenzt Wie der Feldhase ist auch das Wildkaninchen aus Europa eingeführt.
Federwild Jagdzeit Quote Bemerkung

Kormoran
(Phalacrocorax brasilianus)
[yeco]

01.April - 31.August 10 Vorkommen häufig
Blässhuhn
(Fulica armillata)
[tagua]
01.April - 31.Juli 5 Auf allen Wasserflächen anzutreffen
Wildenten 01.April - 31.Juli 5 pro Art Es gibt verschiedene Entenarten, aber keine ist wirklich häufig.
Tortola-Taube
(Zenaida auriculata)
01.April - 15.August 50 Eine sehr kleine südamerikanische Taubenart, die häufigste in Chile.

Rebhuhn
(Northoprocta perdicania)
[perdíz chilena]

01. Juni - 31.Juli 2 Es handelt sich hierbei um eine eigene chilenische Art und nicht um das europäische Rebhuhn. Eher selten aber mit etwas Glück anzutreffen. Die Jagdzeit beginnt aber erst, wenn der Hirschjäger normalerweise wieder abgereist ist.
Wachtel
(Callipepla californica)
[codorníz]
01.April - 31.August 25 Es handelt sich hierbei um die hübsche amerikanische Wachtel mit Häubchen, wie man sie aus Walt-Disney-Zeichtrickfilmen kennt.

Geschützte und vom Aussterben bedrohte Arten

Huemul-Hirsch
(Hippocamelus bisulcus)
Der Huemul oder Andenhirsch ist eine einheimische Hirschart und vom Aussterben bedroht. Er hat etwa Damwildgröße und ein Gabel- bis Sechsergeweih. Der Huemul ist gemeinsam mit dem Kondor das Wappentier Chiles.
Pudu-Reh
(Pudu puda)
Der Pudu ist die kleinste Hirschart der Welt mit einem winzigen Spießergehörn und etwa 40cm Schulterhöhe. Die Art ist nicht häufig aber im Süden flächendeckend vertreten und bildete ursprünglich die Hauptnahrung des Pumas.

Vicuña
(Vicugna vicugna)

 

Das Vicuña ist die Wildform des Lamas. Sein Verbreitungsgebiet liegt deutlich südlich der hier beschriebenen Jagdgebiete.